@Jana Semrau Ich merk das allerdings auch schon seit einigen Monaten. Im Alltäglichen nicht ganz so stark, aber wenn ich durch meine Kontaktliste blättere und schaue, von wem ich länger nix gelesen habe, dann sind das schon erschreckend viele, insbesondere wenn ich mal den gesamten Zeitraum seit erstem ernsthafterem Unterwegs-Sein hier (2018) betrachte.🙁 @nichma-selfie-kanner 😷
@Jana Semrau Ja, viele Fragen.🙈 Solche Grafiken seh ich auch gelegentlich. Und ich hab keine richtige Meinung dazu. In meinem Umfeld merke ich (leider), dass insbesondere viele derer, die ehedem von Twitter gekommen sind, sich nach mehr oder langem Zwischenstopp bei Mastodon jetzt auf Bluesky etabliert haben. Dazu habe ich Meinungen, und ich sehe dafür auch eine Reihe von Gründen. Und, wenn ich ehrlich bin: An manchen von denen habe ich im Fediverse nach den Jahren auch irgendwie kapituliert; diese Gründe kann ich nachfühlen, ohne sie ändern zu können. Früher(TM) hab ich solche Themen hier auch immer mal wieder diskutiert, aber mittlerweile fehlt mir dafür Kraft und Zeit, zumal diese Diskussionen auch damals nix bewirkt haben. Nach wie vor würde ich mir wünschen, dass das Fediverse Modell für digitale soziale Netze der Zukunft sein möge, aber in der Gemengelage aus technischen und sozialen Eigenheiten sowie dem Auftreten größerer Akteure (Threads...) fühle ich daran immer wieder / mehr Zweifel.
@Jana Semrau Ach, ja ... ich kann Dir kaum widersprechen, und bin trotzdem gespalten. Hab verschiedene Ansätze einer Antwort hier wieder weggeworfen, weil das zu viel Text war. Im Grunde bleibt, bei mir, sehr subjektiv hängen: Ja, ich hab hier eine sehr gute, sehr freundliche Community, und viele liebe Menschen aus anderen Netzwerken sind hier ja auch geblieben und heimisch geworden. Aber es gibt klare Grenzen dort, wo Menschen hierher finden, die gern hier wären (und auch hierher passen würden), aber für die das "hier" nicht funktioniert, die sich an wiederkehrenden Dingen schneiden und irgendwann entnervt aufgeben, weil sie merken, dass ... naja, dass andere Prioritäten wichtiger sind als ihre, dass sie nicht gehört werden, dass das förderierte Universum mit all den Instanzen und Servern und all den irgendwo verteilten Repositories und all den Interoperabilitäts-Hürden letztlich trotz des Ansatzes, eher "soziales Netz" für Menschen sein zu wollen, nicht für sie gedacht, nicht für sie gemacht ist, und dass das Werkzeug, die Umgebung sehr viel mehr Erwartungshaltungen an sie stellen darf, als das andersherum der Fall ist. Und das Schwierigste für mich persönlich ist: Selbst wenn ich Menschen motiviere, hierher zu kommen, dann kann ich ihnen in den Themen, die sie aufbringen, absolut nicht helfen, sondern bestenfalls nur erklären, warum etwa auf ihrer Mastodon-Instanz die Posts von Hubzilla komisch aussehen und die Kontakte keine Follower zu haben scheinen und warum das auch absehbar genau so und nicht anders bleiben wird. Das ist ... desillusionierend, in vieler Hinsicht und immer aufs Neue, leider. 🙁
@Jana Semrau Danke Dir auch für Deine Gedanken hierzu... ich glaube nicht per se, dass es woanders besser läuft. Aber ich nehme wahr, dass das Semiprofessionelle, dieser Grassroots-Ansatz, und auch die Unmenge an Tutorials, Dokumentation, ..., einen Nebeneffekt hat, den "wir" hier gern vernachlässigen: Das braucht Kraft. Und Zeit. Und mentale Kapazitäten dafür. Es erinnert mich oft und viel an das Linux-Ökosystem: Ich nutze auf meinen privaten und fast allen dienstlichen Rechnern seit 1996 quasi ausschließlich Linux-Distributionen (von einer Windows-VM hier und da abgesehen). Das hat für mich immer funktioniert ... aber ich war auch immer privilegiert genug, dass es irgendwie ging. Proprietäre Datenformate, die proprietäre Anwendungen erfordern, die nicht mit WinE oder direkt auf Linux laufen? Proprietäre Videokonferenz-Anwendungen oder Telefonie-Systeme, die nur auf Microsoft überhaupt irgendwie gehen? Hoch branchenspezifische Clients für irgendwelche Server, diei aus obskuren Gründen nur auf Windows funktionieren? Mit dergleichen musste ich mich faktisch nie beschäftigen, und im Gegenzug hatte ich immer genug Zeit in meinem Leben, mir die verschiedenen Quirks und Unregelmäßigkeiten, die GNU/Linux hatte und hat, soweit auszubalancieren, dass es nutzbar war. In meinem Umfeld nutz(te) die Mehrzahl der Menschen Windows- oder Apple-Systeme - wahlweise /weil/ es diese Anforderungen gab, die durch Anwendungen, Branchen, ... kamen, und/oder weil dieser zweite Teil - erforderliche Zeit, fehlende Kraft, ... für diese Dinge - nicht erfüllt war. Im Fediverse bzw sozialen Netzen erlebe ich das ähnlich. Da sind Menschen, die das aus einem klaren Grund nutzen, weil sie sich mit ganz bestimmten Leuten vernetzen wollen/müssen - und die suchen die Netze nicht nach dem Netz selbst aus, sondern nach der Frage, ob die Leute, die sie "brauchen", dort erreichbar sind oder eben nicht. Da sind Menschen (von denen ich etliche gerade während der Pandemie kennengelernt habe), für die - damals - Twitter der quasi einzige Kanal zur Außenwelt war und die das genutzt haben, weil es eben einfach funktioniert hat, weil ihre Kraft nicht für mehr, nicht für die Auseinandersetzung mit Unwägbarkeiten der Umgebung ausreichte. Ja, das Fediverse lebt von Freiwilligkeit, von Hilfe, von Hilfsangeboten und Vielfalt. Aber ich habe manchmal den Eindruck, dass die Wahrnehmung konkret eben fehlt für Menschen, denen für all diese Dinge schlicht die Kraft und Energie, die Zeit, das Verständnis fehlt. Oder auch nur die Einsicht, sich überhaupt mit einem /Werkzeug/ in dieser Tiefe beschäftigen zu müssen. Und ich habe keine gute Idee, wie ich oder allgemein man diesem Thema beikommen könnte. Immer wieder bleibe ich an diesem - timothychambers.net/2025/06/18… - Artikel dazu hängen und sehe für mich: Ja, in jeder einzelnen Zeile hat er recht. Bluesky ist als Firma merkwürdig und in der Finanzierung mehr als suspekt, aber die haben dort an einigen Punkten schlicht Vorteile, weil ihre Implementation, ihr Protokoll, ihr Client-Design manche dieser Fragen von vornherein besser angeht und löst, weil für Nutzer, die an diesen Punkten anderswo hängen bleiben, die Reibungsverluste geringer sind. Und wenn "wir" nur für die Hälfte dieser Dinge Antworten hätten, wäre die Welt hier für so manchen, der wieder "geflohen" ist, etwas besser gewesen. Aber irgendwie funktioniert das so nicht. Vielleicht bin ich zu pessimistisch und es dauert viel viel viel länger als irgendwo anders. Gut möglich.
Abgesehen von Wellen sind auch die '22 damals "großen", "gerne", "lieben" Accounts zurückhaltender, finde ich. Vielleicht veröffentlichen sie auch nur zeitversetzt zu den eigenen Aktivzeiten, weshalb man weniger davon mitbekommt, wenn man es nicht technisch abfängt.
Ich schrieb das übrigens aus einem spontanen Bauchgefühl heraus.
Aber ja, diese Grafiken, ob/wie hier etwas wächst sind selten oder gar verschwunden, oder nicht?
Das ist Teil der empfundenen Erosion. Nicht mehr da oder seit langer Zeit keine neue Mitteilung. Leute, die nichts mehr mitteilen.
Vielleicht ist es auch ein Problem, weil es keinen #algorithmus gibt?
Aber die Erosion wird letztlich dadurch befördert, dass viele wichtige Institutionen weiterhin überhaupt nicht im #fediverse veröffentlichen.
Kristian 🌒
Unbekannter Ursprungsbeitrag • •@nichma-selfie-kanner 😷
Jana Semrau mag das.
Kristian 🌒
Unbekannter Ursprungsbeitrag • •@Jana Semrau Ja, viele Fragen.🙈 Solche Grafiken seh ich auch gelegentlich. Und ich hab keine richtige Meinung dazu. In meinem Umfeld merke ich (leider), dass insbesondere viele derer, die ehedem von Twitter gekommen sind, sich nach mehr oder langem Zwischenstopp bei Mastodon jetzt auf Bluesky etabliert haben. Dazu habe ich Meinungen, und ich sehe dafür auch eine Reihe von Gründen. Und, wenn ich ehrlich bin: An manchen von denen habe ich im Fediverse nach den Jahren auch irgendwie kapituliert; diese Gründe kann ich nachfühlen, ohne sie ändern zu können. Früher(TM) hab ich solche Themen hier auch immer mal wieder diskutiert, aber mittlerweile fehlt mir dafür Kraft und Zeit, zumal diese Diskussionen auch damals nix bewirkt haben. Nach wie vor würde ich mir wünschen, dass das Fediverse Modell für digitale soziale Netze der Zukunft sein möge, aber in der Gemengelage aus technischen und sozialen Eigenheiten sowie dem Auftreten größerer Akteure (Threads...) fühle ich daran immer wieder / mehr Zweifel.
@nichma-selfie-kanner 😷
mögen das
Jana Semrau und DeinFollower 😷 mögen das.
Kristian 🌒
Unbekannter Ursprungsbeitrag • •@Jana Semrau Ach, ja ... ich kann Dir kaum widersprechen, und bin trotzdem gespalten. Hab verschiedene Ansätze einer Antwort hier wieder weggeworfen, weil das zu viel Text war. Im Grunde bleibt, bei mir, sehr subjektiv hängen: Ja, ich hab hier eine sehr gute, sehr freundliche Community, und viele liebe Menschen aus anderen Netzwerken sind hier ja auch geblieben und heimisch geworden. Aber es gibt klare Grenzen dort, wo Menschen hierher finden, die gern hier wären (und auch hierher passen würden), aber für die das "hier" nicht funktioniert, die sich an wiederkehrenden Dingen schneiden und irgendwann entnervt aufgeben, weil sie merken, dass ... naja, dass andere Prioritäten wichtiger sind als ihre, dass sie nicht gehört werden, dass das förderierte Universum mit all den Instanzen und Servern und all den irgendwo verteilten Repositories und all den Interoperabilitäts-Hürden letztlich trotz des Ansatzes, eher "soziales Netz" für Menschen sein zu wollen, nicht für sie gedacht, nicht für sie gemacht ist, und dass das Werkzeug, die Umgebung sehr viel mehr Erwartungshaltungen an sie stellen darf, als das andersherum der Fall ist. Und das Schwierigste für mich persönlich ist: Selbst wenn ich Menschen motiviere, hierher zu kommen, dann kann ich ihnen in den Themen, die sie aufbringen, absolut nicht helfen, sondern bestenfalls nur erklären, warum etwa auf ihrer Mastodon-Instanz die Posts von Hubzilla komisch aussehen und die Kontakte keine Follower zu haben scheinen und warum das auch absehbar genau so und nicht anders bleiben wird. Das ist ... desillusionierend, in vieler Hinsicht und immer aufs Neue, leider. 🙁
@nichma-selfie-kanner 😷
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Kristian 🌒
Unbekannter Ursprungsbeitrag • •@Jana Semrau Danke Dir auch für Deine Gedanken hierzu... ich glaube nicht per se, dass es woanders besser läuft. Aber ich nehme wahr, dass das Semiprofessionelle, dieser Grassroots-Ansatz, und auch die Unmenge an Tutorials, Dokumentation, ..., einen Nebeneffekt hat, den "wir" hier gern vernachlässigen: Das braucht Kraft. Und Zeit. Und mentale Kapazitäten dafür. Es erinnert mich oft und viel an das Linux-Ökosystem: Ich nutze auf meinen privaten und fast allen dienstlichen Rechnern seit 1996 quasi ausschließlich Linux-Distributionen (von einer Windows-VM hier und da abgesehen). Das hat für mich immer funktioniert ... aber ich war auch immer privilegiert genug, dass es irgendwie ging. Proprietäre Datenformate, die proprietäre Anwendungen erfordern, die nicht mit WinE oder direkt auf Linux laufen? Proprietäre Videokonferenz-Anwendungen oder Telefonie-Systeme, die nur auf Microsoft überhaupt irgendwie gehen? Hoch branchenspezifische Clients für irgendwelche Server, diei aus obskuren Gründen nur auf Windows funktionieren? Mit dergleichen musste ich mich faktisch nie beschäftigen, und im Gegenzug hatte ich immer genug Zeit in meinem Leben, mir die verschiedenen Quirks und Unregelmäßigkeiten, die GNU/Linux hatte und hat, soweit auszubalancieren, dass es nutzbar war. In meinem Umfeld nutz(te) die Mehrzahl der Menschen Windows- oder Apple-Systeme - wahlweise /weil/ es diese Anforderungen gab, die durch Anwendungen, Branchen, ... kamen, und/oder weil dieser zweite Teil - erforderliche Zeit, fehlende Kraft, ... für diese Dinge - nicht erfüllt war. Im Fediverse bzw sozialen Netzen erlebe ich das ähnlich. Da sind Menschen, die das aus einem klaren Grund nutzen, weil sie sich mit ganz bestimmten Leuten vernetzen wollen/müssen - und die suchen die Netze nicht nach dem Netz selbst aus, sondern nach der Frage, ob die Leute, die sie "brauchen", dort erreichbar sind oder eben nicht. Da sind Menschen (von denen ich etliche gerade während der Pandemie kennengelernt habe), für die - damals - Twitter der quasi einzige Kanal zur Außenwelt war und die das genutzt haben, weil es eben einfach funktioniert hat, weil ihre Kraft nicht für mehr, nicht für die Auseinandersetzung mit Unwägbarkeiten der Umgebung ausreichte. Ja, das Fediverse lebt von Freiwilligkeit, von Hilfe, von Hilfsangeboten und Vielfalt. Aber ich habe manchmal den Eindruck, dass die Wahrnehmung konkret eben fehlt für Menschen, denen für all diese Dinge schlicht die Kraft und Energie, die Zeit, das Verständnis fehlt. Oder auch nur die Einsicht, sich überhaupt mit einem /Werkzeug/ in dieser Tiefe beschäftigen zu müssen. Und ich habe keine gute Idee, wie ich oder allgemein man diesem Thema beikommen könnte. Immer wieder bleibe ich an diesem - timothychambers.net/2025/06/18… - Artikel dazu hängen und sehe für mich: Ja, in jeder einzelnen Zeile hat er recht. Bluesky ist als Firma merkwürdig und in der Finanzierung mehr als suspekt, aber die haben dort an einigen Punkten schlicht Vorteile, weil ihre Implementation, ihr Protokoll, ihr Client-Design manche dieser Fragen von vornherein besser angeht und löst, weil für Nutzer, die an diesen Punkten anderswo hängen bleiben, die Reibungsverluste geringer sind. Und wenn "wir" nur für die Hälfte dieser Dinge Antworten hätten, wäre die Welt hier für so manchen, der wieder "geflohen" ist, etwas besser gewesen. Aber irgendwie funktioniert das so nicht. Vielleicht bin ich zu pessimistisch und es dauert viel viel viel länger als irgendwo anders. Gut möglich.
@nichma-selfie-kanner 😷
Jana Semrau mag das.
DeinFollower 😷
Als Antwort auf Kristian 🌒 • • •@z428eu
Abgesehen von Wellen sind auch die '22 damals "großen", "gerne", "lieben" Accounts zurückhaltender, finde ich. Vielleicht veröffentlichen sie auch nur zeitversetzt zu den eigenen Aktivzeiten, weshalb man weniger davon mitbekommt, wenn man es nicht technisch abfängt.
Ich schrieb das übrigens aus einem spontanen Bauchgefühl heraus.
Aber ja, diese Grafiken, ob/wie hier etwas wächst sind selten oder gar verschwunden, oder nicht?
Das ist Teil der empfundenen Erosion. Nicht mehr da oder seit langer Zeit keine neue Mitteilung.
Leute, die nichts mehr mitteilen.
Vielleicht ist es auch ein Problem, weil es keinen #algorithmus gibt?
Aber die Erosion wird letztlich dadurch befördert, dass viele wichtige Institutionen weiterhin überhaupt nicht im #fediverse veröffentlichen.
@jasemrau